Berufsperspektiven für Jugendliche in Nicaragua

Während viele Nicaraguaner/innen im Ausland Schutz vor den Unruhen suchen, hat Isabelle Lüthi aus Bern Nicaragua als Land ihres Einsatzes mit COMUNDO gewählt. Die 33-Jährige erzählt von ihrer Liebe zum Land und ihrer Vision von einer Arbeit mit Sinn.

Isabelle Lüthi wird Fachperson in Nicaragua

Isabelle Lüthi, COMUNDO-Fachperson: «Mein Feuer brennt so stark, dass ich mich nicht abhalten lasse». Bild: Marcel Kaufmann, COMUNDO

Es sind keine beruhigenden Bilder, die man in den Medien sieht: Nicaragua ist seit April 2018 im Ausnahmezustand. Erst kamen die Demonstrationen mit hunderten von Toten, dann die Niederschlagungen durch Polizei und Paramilitär und die unzähligen Festnahmen. Tausende Nicaraguaner/innen sind inzwischen vor der Gewalt der Regierung nach Costa Rica oder in andere Länder geflüchtet.

Für Isabelle Lüthi kein Grund, von ihrer Vision abzulassen: Ab Februar 2019 wird die Bernerin mit der Entwicklungsorganisation COMUNDO im Nordwesten Nicaraguas tätig sein. Dort unterstützt sie COMUNDOs Partnerorganisation Fe y Alegría, die Bildungsmöglichkeiten für benachteiligte Kinder und Jugendliche schafft. Warum dieser Schritt?

Stellenangebot zum richtigen Zeitpunkt
Auf ihrer mehrmonatigen Reise durch Zentralamerika im Jahr 2017, so Isabelle Lüthi, sei ihr klar geworden, dass Nicaragua und die Menschen, die sie dort kennengelernt hatte, sie nicht einfach so loslassen würden: «Man kann sagen, ich habe mich in das Land und seine Kultur verliebt.» Inspirierend für einen eigenen Einsatz in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit waren auch verschiedene Projektbesuche auf dieser Reise, etwa in einem Kinderheim in Honduras: «Ich sah, was man alles bewirken kann. Und nach meiner Rückkehr in die Schweiz beschloss ich, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände einiger benachteiligter Menschen in diesem schönen Land zu leisten.» Die Stellenausschreibung von COMUNDO habe dann «wunderbar gepasst», sowohl zu ihrem beruflichen Hintergrund als auch zu ihrer Motivation.

Gefragt als Spezialistin im Bereich der Berufsbildung
Nun reist Isabelle Lüthi bald nach Somotillo. Dort wird die Psychologin und Primarlehrerin ihr Wissen und ihre Erfahrung aus der Berufsbildung anwenden können, indem sie die Dozenten/-innen zweier landwirtschaftlicher Bildungsinstitutionen pädagogisch und methodisch berät. Sie ist gespannt auf ihren neuen Lebenshorizont: «Ich freue mich darauf, in die lateinamerikanische Kultur einzutauchen, die Menschen kennenzulernen und mit ihnen zu schauen, was man gemeinsam anpacken und verändern kann.»

Betreuung durch COMUNDO gibt Sicherheit
Hält die Krise in Nicaragua sie nicht von diesem Schritt ab? «Nein, ganz im Gegenteil», sagt die 33-Jährige bestimmt. Es mache sie zwar sehr traurig für das Land, dass es einen solchen Rückschlag erlitten hat. Aber Angst um sich selbst – das habe sie nicht. «Es gibt zwar nie eine Garantie. Aber auch hier kann jederzeit etwas passieren. Ausserdem werde ich in einem abgelegenen, ländlichen Kontext leben, wo weniger Demonstrationen stattfinden als in den Städten», gibt sie zu bedenken. Ausserdem vertraue sie der Betreuung durch COMUNDO: «Ich bin überzeugt, dass COMUNDO keine neuen Fachpersonen nach Nicaragua entsenden würde, wenn sie akut gefährdet wären, und dass ich mich, wenn ich mich an die Sicherheitsvorschriften halte, nicht in Gefahr bringe.» Das Coaching-Angebot, das COMUNDO seinen Fachkräften in Nicaragua anbietet, werde sie gegebenenfalls in Anspruch nehmen. Sie fasst zusammen: «Mein Feuer brennt so fest, dass ich mich nicht abhalten lasse.»


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