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Weniger Gewalt dank interkulturellem Austausch

Kinder, Jugendliche und Frauen aus indigenen Familien leiden in Bolivien seit der Coronakrise besonders unter häuslicher Gewalt. Dank einem besseren Verständnis indigener Kulturen bei staatlichen Anlaufstellen in Bolivien wird die Gewaltprävention und Opferbetreuung verbessert.

In Bolivien leiden Familien indigener Abstammung oft besonders unter häuslicher Gewalt, da sie aufgrund ihres kulturellen Hintergrundes besonders von Diskriminierung betroffen sind. Corona hat diese Problematik zwar noch verschärft, sie ist jedoch nicht die Ursache. Vielmehr gelten der starke Wachstum der Städte, die Entfremdung zwischen Familie und Umwelt und damit einhergehend auch der Verlust indigener kultureller Wurzeln als wichtige Faktoren. Dies hat drastische Auswirkungen. Denn die Werte andiner Kulturen wie Aymara oder Quechua, die seit Jahrhunderten ein Gleichgewicht zwischen Mann, Frau und Natur anstreben, haben vor allem in der Kolonialzeit und im letzten Jahrhunderts an Bedeutung verloren

Hier setzt die «Fundación Encuentro» (Stiftung Begegnung) an. Mit ihrer täglichen Arbeit gegen häusliche Gewalt versucht sie ihren Blick auf das Ganze zu richten. Also nicht nur auf die Opfer, sondern auch auf Täter, Familienstrukturen oder Betreuungsstellen. Ein wichtiger Aspekt dabei: staatliche Stellen müssen wieder besser die indigenen Kulturen Boliviens kennenlernen; wenn Anwältinnen, Therapeuten und Psychologinnen verstehen, wie indigene Heiler arbeiten und indigene Gemeinschaften leben und funktionieren, können auch Opfer aus solchen Gemeinschaften sensibler betreut werden. Gewaltursachen werden so ganzheitlicher erkannt, was den Weg zu einer wirkungsvolleren Präventions- und Therapiearbeit und zukünftig zu weniger Gewalt in Bolivien ebnet.

An diesem Punkt setzt auch die Ethnologin und Comundo-Fachperson Marie Rappaport an. Sie unterstützt mit ihrem Einsatz die Organisation «Fundación Encuentro» in ihren Bestrebungen, das Wissen über die indigenen Kulturen Boliviens bei Anlaufstellen, die für häusliche Gewalt und Betreuung von Opfer zuständig sind, zu fördern.

Unsere Partnerorganisation vor Ort

Die «Fundación Encuentro» ist eine kleine, wachsende Nichtregierungsorganisation in Bolivien. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer gerechten, demokratischen, inklusiven und interkulturellen Gesellschaft. Ziel ihrer Arbeit ist es, die Lebensqualität armutsbetroffener, oft indigener Familien zu verbessern und die Risikosituation von bolivianischen Mädchen, Jungen und Jugendlichen hinsichtlich häuslicher Gewalt zu verringern.

Ziele des Projekts

Mit dem Einsatz von Marie Rappaport wird zukünftig die Gewaltprävention und Opferbetreuung bei Anlaufstellen in La Paz und Cochabamba verbessert. Dies durch Aus-/Weiterbildungen und die Förderung eines interkulturellen Verständnisses. Hierbei sollen Spezialistinnen und Spezialisten staatlicher und privater Anlaufstellen für die Eigenheiten indigener Kulturen in Bolivien sensibilisiert werden, was die langfristig die Betreuung von Gewaltopfer aus den gefährdeten Aymara- oder Quechua-Kulturen verbessert und die Präventionsarbeit effektiver macht.

Fachperson

Marie Rappaport
Ethnologin

E-Mail

Eckdaten

01.08.2021 - 31.07.2024
La Paz & Cochabamba / Bolivien
Gesundheit

Danke für Ihre Unterstützung!

Ihre Spende ermöglicht den Einsatz von Marie Rappaport zugunsten weniger Gewalt und mehr Anerkennung der indigenen Kulturen in Bolivien.

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