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Verbesserung der Datenverwaltung und -überwachung

In Bolivien engagiert sich Comundo für den Aufbau nachhaltiger und gerechter Ernährungssysteme. Das Hauptziel ist die Stärkung der Ernährungssouveränität. Der Anthropologe Thomas Heusser war viereinhalb Jahre lang als Entwicklungshelfer in Nicaragua tätig, wo er an der Einführung von Datenverwaltungs- und Überwachungsinstrumenten arbeitete, die auf die Bedürfnisse lokaler Organisationen zugeschnitten sind. Am Ende seines Austauschprogramms absolvierte er ein Praktikum in Bolivien, um die in Nicaragua erworbenen bewährten Praktiken weiterzugeben. Seine Unterstützung für lokale Organisationen in Bolivien setzt er nun aus der Ferne, von der Schweiz aus, fort. 

 

Ein Viertel der bolivianischen Bevölkerung – rund 2,9 Millionen Menschen – ist laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) von Unterernährung betroffen. Frauen, indigene Bevölkerungsgruppen und junge Menschen haben oft keinen Zugang zu Land und Bildung, beides grundlegende Voraussetzungen für eine nachhaltige und autonome Lebensmittelproduktion. Ursachen dafür sind strukturelle, geschlechts- und generationsbedingte Ungleichheiten.

Angesichts dieser komplexen Ernährungskrise setzt sich Comundo für den Aufbau nachhaltiger und gerechter Ernährungssysteme ein. Das Hauptziel ist die Stärkung der Ernährungssouveränität, also das Recht jeder Gemeinschaft, ihre Ernährungssysteme und -politik selbstbestimmt zu gestalten. Diese basiert auf lokalem Wissen, ökologisch angemessenen Anbaumethoden, fairen Marktstrukturen und der gemeinschaftlichen Kontrolle über Ressourcen. Ziel ist es, die Gemeinschaften bei der Stärkung ihrer Ernährungssouveränität und ihres Wohlergehens zu unterstützen, indem die systemischen Ursachen von Hunger, Unterernährung und Armut bekämpft und gleichzeitig ökologische Resilienz und soziale Gerechtigkeit gefördert werden. 

Während seines viereinhalbjährigen Austauschs in Nicaragua arbeitete Thomas Heusser im Bereich der Überwachung von Projekten zur Ernährungssicherheit. In Zusammenarbeit mit einigen Partnerorganisationen des Landes entwickelten sie eine neue Methode zur Datenerhebung, die den Zugang zu relevanten Datenbanken gewährleistet, um ihre Arbeit auf effektive und koordinierte Weise zu dokumentieren. Diese bewährten Praktiken können nun auch im Rahmen des Länderprogramms Bolivien exportiert und weitergegeben werden, das sich auf Ernährungssicherheit konzentriert und seit kurzem über einen Agraringenieur, Gonzalo Mamani, verfügt, der die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen lokalen Organisationen im Bereich der Ernährungssicherheitsprojekte stärken soll.

Dank der in Nicaragua gesammelten Erfahrungen und den Grundlagen, die während seines kurzen Austauschs in Bolivien gelegt wurden, wird Thomas Heusser von März bis Mai 2026 die Mitglieder verschiedener Partnerorganisationen dabei unterstützen, im Rahmen des Comundo-Programms in Bolivien eine Umfrage zur Ernährungssicherheit zu erstellen, anzupassen und durchzuführen. Auf diese Weise wird ein Instrument eingeführt, das für Comundo und die Partnerorganisationen sehr nützlich sein wird, um die Auswirkungen im Bereich der Ernährungssicherheit zu überwachen.  

Kinder, Jugendliche und ältere Menschen in prekären ländlichen, stadtnahen und städtischen Gebieten werden ermächtigt, sich gesund und selbstbestimmt zu ernähren und zu einem sozial und ökologisch gesunden Umfeld beizutragen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein ganzheitlicher Ansatz angewendet, der die komplexen Herausforderungen miteinbezieht (insbesondere Klimawandel, Geschlechterungleichheit, politische Instabilität, Migration, Arbeitslosigkeit, steigende Lebensmittelpreise). Zur Verbesserung der Ernährungssicherheit werden nachhaltige Anbaupraktiken, eine faire Vermarktung von Landwirtschaftsprodukten sowie die Schaffung der dafür notwendigen Strukturen gefördert.

 

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