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Ein besseres Leben für ältere Menschen

In Kolumbien leben die meisten älteren Menschen in Privathaushalten, viele von ihnen sind allein. Oftmals ist ihre Lebenssituation prekär, sie leiden unter gesundheitlichen Problemen, sind von Armut betroffen und leben isoliert. Nun setzt sich Comundo gemeinsam mit vier lokalen  Partnerorganisationen für mehr Lebensqualität und eine bessere Integration von älteren Menschen ein. 

Wie überall auf der Welt steigt auch in Kolumbien die Lebenserwartung der Menschen stetig an. 98,8 % der älteren Erwachsenen (ab 60 Jahren) leben in Privathaushalten, rund ein Fünftel von ihnen wohnt allein und versorgt sich selbst. Sieben von zehn älteren Menschen haben keine Altersrente und sind von Armut betroffen. Prekär ist ihre Lebenssituation, wenn sie zudem gesundheitlich angeschlagen sind und am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen können. Viele leiden unter einem Mangel an persönlichen Kontakten und einem fehlenden familiären Umfeld. Ein Grossteil von ihnen sind Opfer oder Vertriebene des jahrzehntelangen bewaffneten Konfliktes und leiden unter psychischen Problemen. Auch Misshandlungen oder Ausbeutung durch Angehörige für unentgeltliche Betreuungs- oder Pflegeaufgaben sowie andere Dienstleistungen kommen häufig vor. Der Zugang zu Gesundheitsdiensten und zu staatlichen Schutzmassnahmen beziehungsweise Sozialdienstleistungen ist für viele ältere Menschen erschwert. Für den Schutz der Rechte dieser ist das Ministerium für Gesundheit und sozialen Schutz zuständig. Doch die Massnahmen sind in Anbetracht der Gefährdung dieser Bevölkerungsgruppe unzureichend.

Eine Gruppe von Comundo-Partnerorganisationen hat sich nun zusammengetan, um gemeinsam die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern und die von den staatlichen Institutionen als verfassungsmässige Verpflichtung durchgeführten Aktivitäten zu ergänzen, ohne sie jedoch zu ersetzen.  Ihr koordiniertes Vorgehen soll neue Kenntnisse über die älteren Menschen, ihre Situation in der Gesellschaft und ihre Bedürfnisse zutagefördern. Das Projekt «MayorMenteSabios» zielt darauf ab, die ältere Bevölkerungsgruppe stärker in die Familie und Gemeinschaft zu integrieren. Dies auch durch Wertschätzung und Nutzung ihres Wissens und ihrer Lebenserfahrung bei der aktiven Ausübung ihrer Rechte. Es will Barrieren für ältere Menschen im sozialen Bereich beseitigen und ihre körperlichen, sozialen, wirtschaftlichen und emotionalen Bedürfnisse sichtbar machen. Massnahmen dazu sind Workshops mit älteren Menschen und Schulungen mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über Kunsthandwerk, landwirtschaftliche Kulturpraktiken und Dramatherapie. Regelmässige Austauschtreffen tragen dazu bei, Erinnerungen und das Wissen der Vorfahren wiederzuerlangen und die Fähigkeiten zur Selbstfürsorge und Resilienz zu stärken. Als besondere Events sind ein Festival der Erinnerungen und Geschmäcker sowie eine Kunsthandwerksmesse mit den in den Workshops geschaffenen Werken vorgesehen. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch über die in den Zusammenkünften gemachten Erkenntnisse fliessen kontinuierlich in die Projektentwicklung ein. 

Die Partnerorganisationen vor Ort

Am Projekt beteiligt sind vier Organisationen, die mit Comundo bereits im Bereich der Fachpersoneneinsätze zusammenarbeiten. Alle vier Organisationen engagieren sich explizit auch für die älteren Menschen in ihren Tätigkeitsfeldern: die NGO Corporación Vallenpaz (Valle del Cauca, im Südwesten) stärkt ländliche Gemeinschaften und Kleinbäuerinnen und -bauern; die NGO Asociación Forjador@s de la Cultura de la Vida/FORCULVICA (Bezirk Agauablanca, in der Stadt Cali) setzt sich für eine Kultur des Friedens ein und fördert die spirituelle, künstlerische und soziale Entwicklung junger und älterer Menschen. Die kirchliche Corporación Casitas Biblicas (Stadt Bogotá) arbeitet mit älteren Erwachsenen in den Bereichen psychosoziale Unterstützung, Kunst und Kultur, Selbstfürsorge und Gesundheit und das Centro de Pastoral Afrocolombiana (Stadt Cali) engagiert sich für afro-kolumbianische Gemeinden und unterstützt Prozesse, um ihre kulturelle Identität zu stärken.

Ziel des Projekts 

Die älteren Menschen führen und erleben eigene Prozesse der Identitätsbildung, Beteiligung, Integration und Veränderung. Ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung werden hinsichtlich der gesellschaftlichen Entwicklung miteinbezogen, durch eine aktive Teilnahme an den gemeinschaftlichen Prozessen. Sie verbessern ihre Resilienz als Opfer von bewaffneten Konflikten und Zwangsvertreibungen. Stereotypen und Barrieren im sozialen Bereich sind abgebaut und körperliche, soziale, wirtschaftliche und emotionale Bedürfnisse und Potenziale der älteren Menschen sind sichtbar. Sie sind stärker in die Familien und in die Gemeinschaft integriert. 

Die Koordination mehrerer Organisationen aus verschiedenen Regionen trägt dazu bei, Wissen aufzubauen, das als Referenz für zukünftige Replikation für andere Gemeinschaften dienen wird. Zudem soll dadurch die gemeinsame Arbeit für das Wohlergehen älterer Menschen in Kolumbien gestärkt werden.

Beteiligte Comundo-Fachpersonen

Das Projekt wird noch bis zu ihrem Einsatzende Ende September 2023 von der Dramatherapeutin Alicia Tellez begleitet, die seit November 2016 bei FORCULVIDA im Einsatz ist. 

 

Finanzierungsprojekt


Eckdaten

01.01.2023 - 31.12.2024
Kolumbien / Kolumbien
Menschenrechte und Demokratie

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