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03.05.2022 | Kenia, Gesundheit

Wie verbessern digitale Daten die Gesundheit?

Wohl kaum ein anderes Beispiel demonstriert so anschaulich, welchen höchst praktischen Nutzen digitale Datenanalyse haben kann: Dank einer verbesserten Datenerfassung und -auswertung an einer medizinischen Fachhochschule in Kenia verbessern sich die Gesundheitsdienstleistungen in der ganzen Region. Von Diana Ombelli

Ein Medizinisches Ausbildungszentrum, in dem sich sowohl Dozierende wie auch Studierende für die Menschen in ihrer Regionen einsetzen – das North Coast Medical Training College (NCMTC) in Kenia machts möglich. Und bietet eine echte Win-Win-Situation. Im Rahmen ihrer Ausbildung sammeln Studentinnen und Studenten in den umliegenden Gemeinden praktische Erfahrungen; die Gemeinden wiederum profitieren vom Gesundheitswissen der jungen Studierenden. Dies fördert Vertrauen und verbessert nachhaltig die Gesundheit der Bevölkerung – vorausgesetzt, die Unmengen von anfallenden Daten werden zeitgerecht erfasst und bearbeitet.

Wissen wo der Schuh drückt

Als Teil ihrer Ausbildung werden die NCMTC-Studierenden gebeten, eine "Momentaufnahme" der Gesundheitssituation in der Gemeinde zu erstellen. Nimmt die Zahl der Malariafälle in einem bestimmten ländlichen Gebiet zu? Die Schülerinnen bereiten Informationsveranstaltungen zur Malariaprävention vor. Gibt es eine Zunahme von Bluthochdruck oder Diabetes Fällen bei älteren Menschen? Die Schüler besprechen mit diesen die richtige Ernährung zur Unterstützung der medikamentösen Behandlung, die von der örtlichen Krankenstation angeboten wird.


 

«Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Deshalb wollen wir die Datenerfassung weiter ausbauen, um die Gesundheit in der Region noch stärker zu verbessern.»

 

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Datenerhebung neu in Echtzeit möglich

Nun komme ich ins Spiel: Wurden Daten in der Vergangenheit noch mühsam auf Papier erfasst, arbeiten wir heute mit einer neuen Lösung; Daten werden nun digital und in Echtzeit erfasst und ausgewertet. Dank meinem Wissen als IT-Projektmanagerin und dank den Erfahrungen anderer Fachleute von Comundo, führen wir zurzeit eine neue cloudbasierte Open Source-Lösung ein zur Datenerhebung. KoBo-Toolbox ist ein System, welches bereits von Comundo verwendet wird zur Überwachung aller Projekte in den Einsatzländern. Diese neue digitale Art der Datenerfassung ist sehr benutzerfreundlich und benötigt keinen Zugang mehr zu einem lokalen Server – zwei wichtige Gründe, weshalb sich das System auch bei humanitären Krisen, sowie bei Forschern in Entwicklungsländern bewährt hat. 

Die bisherigen Erfahrungen aller Beteiligten sind sehr positiv. Deshalb bauen wir das Datenmonitoring in diese Richtung weiter aus. In einem kurzen Gespräch gewährt mir Ronald Guda Chunguli, der Leiter der Abteilung für Öffentliche Gesundheit und Entwicklung am NCMTC, einen genaueren Einblick in die Feldaktivitäten seiner Abteilung:

Ronald Guda, Leiter Gesundheit & Entwicklung des NCMTC (links)

«Mit den entwickelten Werkzeugen zur routinemässigen Datenerfassung können wir den wöchentlichen Strom von Kunden in den Gesundheitsinformationsstellen überwachen und ihren Gesundheitszustand kontrollieren.»

Ronald Guda Chunguli, Leiter der Abteilung für öffentliche Gesundheit und Entwicklung am NCMTC.

Drei Fragen an Ronald Guda Chunguli


Ronald, können Sie mir bitte sagen, was das Hauptziel des Einsatzes der Studierenden in den Gemeinden ist? 

Das College möchte kompetente Mitarbeitende für die Gesundheitsversorgung in den Gemeinden ausbilden. Der Einsatz in der Gemeinde hilft ihnen, die praktischen Fähigkeiten in einer realen Situation mit Menschen zu trainieren, die manchmal gesundheitliche Probleme haben. Es gibt fünf geografische Hauptstandorte, die als Gesundheitsinformationsstellen eingerichtet wurden: vier in Grundschulen und eine in einem kommunalen Umfeld. Unsere Hauptziele bei diesen Aussenstandorten ist die Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention.

 

Welche Rolle spielt hierbei die Datenerhebung?

Mit den entwickelten Instrumenten für die routinemässige Datenerfassung überwachen wir den wöchentlichen Strom von Kunden in den Gesundheitsinformationsstellen und beobachten ihren Gesundheitszustand. Wenn wir feststellen, dass die Zahl der Fälle einer bestimmten Krankheit zunimmt, bitten wir das Personal der Krankenstation in Bomani (in der Nähe des Colleges) um Unterstützung bei der Heilung.

 

Wie gehen Sie konkret bei der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention in den Gemeinden vor? 

Wir haben monatliche Treffen mit den Beteiligten, um Aktivitäten zu planen. Wir vereinfachen die Konzepte so, dass sie von der Gemeinschaft leicht verstanden werden können. Wir haben zum Beispiel die CREME-Methode eingeführt (Clean, Rest, Eat, Move Everyday). Dieses Akronym hilft den Menschen, sich zu merken, was sie täglich tun sollten, um gesund zu bleiben. Wir haben auch ein Spiel mit Lebensmittelkarten, um die Gemeinschaft für eine ausgewogene Ernährung zu sensibilisieren.

Von Diana Ombelli | 3. Mai 2022 | Kenia

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Diana Ombelli

IT-Projektmanagerin

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Das Berufsbildungszentrum North Coast Medical Training College (NCMTC) bildet in Kenia dringend benötiges Gesundheitspersonal aus. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden und die Qualität der Unterrichts zu fördern, unterstützt die Tessiner IT-Projektmanagerin Diana Ombelli das Ausbildungszentrum bei der Datenanalyse oder bei der Einführung von E-Learning-Methoden.

 

Mehr erfahren zum Projekt

Mein Arbeitsort, das North Coast Medical Training College (NCMTC)


Das NCMTC wurde 2012 gegründet. Das Ziel ist einerseits, Ausbildungen für Gesundheitsberufe anzubieten. Andererseits sollen die umliegenden Gemeinden im Bezirk Kilifi die Möglichkeit erhalten, Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Dabei wurden die lokalen Gemeinden von Beginn an mit einbezogen; dies förderte die Akzeptanz des College und das Vertrauen.

Die Gemeindeprogramme umfassen heute Bereiche wie die Gesundheit von Müttern und ihren Babys, die Schulgesundheit (Gesundheit von Kindern in der Schule) über die Gesundheit im Alter bis hin zur generellen Gesundheit in der Gemeinde (Umwelthygiene). Dabei engagieren sich Dozierende des Colleges, wie auch die Studierenden gleichermassen.

 

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