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Starke Gemeinschaften für besseren Umweltschutz

Die südlichen Anden von Peru sind besonders verwundbar durch Folgen des Klimawandels wie Dürren. Gleichzeitig ist es eine der wichtigsten Regionen für den Abbau von Kupfer; ein unerlässlicher Rohstoff für den Wandel hin zu erneuerbaren Energien, welcher jedoch oft zu Lasten Umwelt geht. Thomas Niederberger verbessert gemeinsam mit lokalen Partnern den Gewässerschutz und die Ernährungssicherheit mit konkreten Massnahmen. 

 

Die indigene, Quechua-sprachige Bevölkerung von Apurimac und dem südlichen Cusco praktiziert kleinbäuerliche Landwirtschaft und Viehzucht für den Eigenbedarf und für lokale Märkte. Historisch diskriminiert und vom Staat vernachlässigt, sehen sich die Menschen in dieser Region in einer unvorteilhaften Position gegenüber multinationalen Konzernen, welche hier – mit Erlaubnis des peruanischen Staates - grosse Minenprojekte vorantreiben. Gleichzeitig führten die hohen Preise für Metalle dazu, dass ein eigentlicher Goldrausch entstanden ist. Viele Männer arbeiten nun in informellen und illegalen Kleinminen, während die Landwirtschaft zunehmend den Frauen überlassen wird. Damit entstehen neue Abhängigkeiten und Konflikte.

Der Bergbau schafft Probleme für die Wasserversorgung, da er viel Wasser verbraucht und verschmutzt. Der Klimawandel, das Wegschmelzen der Gletscher und die zunehmend unregelmässigen Niederschläge verstärken diese Probleme. Wegen der Dürren fallen Ernten aus und Nutztiere sterben weg, was die Ernährungssicherheit der Menschen gefährdet. 

Comundo arbeitet in diesem Bereich mit der Partnerorganisation CooperAcción zusammen. Diese setzt sich gemeinsam mit Vertreter:innen der Gemeinderäte dafür ein, die Quellgebiete und Wasserläufe zu schützen. Ausserdem entwickelt sie zusammen mit Bäuer/-innen konkrete Massnahmen, um die Wasserversorgung und die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern: Bewässerungssysteme und Wasserreservoirs, Aufforstungen, Gewächshäuser, agrarökologische Techniken zur Schädlingsbekämpfung, sowie ein besserer Zugang zu lokalen Märkten. Durch die gemeinsame Raumplanung werden Prioritäten festgelegt und Unterstützung von den Behörden eingefordert, damit diese in sinnvolle Projekte investieren, die den Schutz vor den Klimafolgen stärken.

Thomas Niederberger unterstützt sie dabei. Als Sozialanthropologe und Journalist ist er spezialisiert darauf, Praxiserfahrungen zu dokumentieren und zu vermitteln, damit das Gelernte möglichst viele Menschen erreicht. Und als Experte für Bergbau kennt er sich aus mit Rohstoff-Handelsketten, Umweltschäden und Unternehmensverantwortung. Gemeinsam mit dem Team von CooperAcción wird er etwa untersuchen und aufzeigen, wie der Konsum von Strom aus Solarzellen mit der Landwirtschaft in den Anden zusammenhängt, um die Grundlagen zu schaffen für eine wirksame Lobbyarbeit. Weiter wird er zusammen mit den lokalen Mitarbeitenden die indigenen Gemeinschaften dabei unterstützen, ihre kommunale Raumplanung an die erhöhte Gefahrenlage anzupassen und gemeinsam mit lokalen Behörden den Gewässerschutz und die Wasserversorgung zu verbessern – durch Aufforstung, Mikrobewässerungsanlagen, Reservoirs und weiteren konkreten Massnahmen. 

Mit dieser Unterstützung verbessern indigene Gemeinschaften der südlichen Anden ihre Wasserversorgung und Ernährungssicherheit. Dies dank der Stärkung des Gewässerschutzes und der Anwendung von Techniken der Agrarökologie. Sie sind damit besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Sie können ihre Anliegen gegenüber dem Staat und der Öffentlichkeit klar kommunizieren und nehmen eine aktive Rolle ein in den Debatten über die (un-)gerechte Energiewende – die Folgen des Abbaus von Metallen und wie diese eingedämmt werden können. 

Durch die Schaffung eines Arbeitsbereichs für Aktionsforschung stärkt die Partnerorganisation CooperAccion ihr Verständnis über die Anpassung an Klimawandelfolgen und über die globalen Handelsketten von Kupfer und anderen Metallen, sowie ihre Fähigkeiten in der Durchführung von Studien und in der Wissenschaftskommunikation. 

Comundo engagiert sich vorwiegend für die Rechte indigener Gemeinschaften und für jene Teile der städtischen Bevölkerung, die unter prekären Umwelt- und Lebensbedingungen leben. Mit Bildungsangeboten befähigt Comundo Menschen unter anderem darin, die Ursachen von Umweltkonflikten zu erkennen, ihre Mitspracherechte wahrzunehmen und die Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Traditionelles indigenes Wissen soll landesweit mehr Anerkennung erhalten, da es für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Lebensgrundlagen wichtig ist. Dazu unterstützen wir Lobbyarbeit auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.

 

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Fachperson

Thomas Niederberger
Sozialanthropologe und Journalist

E-Mail

Eckdaten

Dauer
01.01.2026 - 31.12.2027

Region
Lima / Peru

Thema
Menschenrechte und Demokratie

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