Eine Chance für junge Menschen, dank Comundo
Seit mehr als 30 Jahren unterstützen Franziska und Fredi Schefer aus St. Gallen die Arbeit von Comundo. Anfang 2026 nahmen sie an der Comundo-Studienreise nach Kenia teil, wo sie die Projekte aus erster Hand kennenlernen konnten und jenen begegneten, die sich tagtäglich dafür einsetzen, jungen Menschen neue Perspektiven zu bieten. Zurück in der Schweiz bringen sie intensive Begegnungen, ein neues Bewusstsein und eine gestärkte Überzeugung mit: Investitionen in Bildung sind eine der nachhaltigsten Möglichkeiten, die Welt zu verändern.
"Die vielen Menschen, die sich in den Projekten von Comundo engagieren, bestärken uns in der Überzeugung, dass man die Welt nachhaltig verbessern kann, auch im Kleinen", erzählen sie. "In Bildung und Ausbildung zu investieren, ist nie verkehrt. Durch die Möglichkeit einer Berufsausbildung schaffen sich junge Menschen eine Chance, ihre Lebenssituation zu verbessern und der weit verbreiteten Arbeitslosigkeit zu entkommen."
«Die vielen Menschen, die sich in den Projekten von Comundo engagieren, bestärken uns in der Überzeugung, dass man die Welt nachhaltig verbessern kann, auch im Kleinen.» Franziska & Fredi Schefer
Besonders beeindruckt waren Franziska und Fredi während der Reise von der Zusammenarbeit vor Ort: "Die partnerschaftliche Zusammenarbeit, die gegenseitige Wertschätzung, eine gute Vernetzung innerhalb und zwischen den Projekten und die nationale Koordination haben uns sehr beeindruckt." Für sie ist der Austausch von Wissen und Erfahrung zwischen Menschen und Organisationen eine effektive und nachhaltige Form der Entwicklungszusammenarbeit: "Der partnerschaftliche Wissensaustausch schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", sind die Beiden überzeugt.
Ein Engagement, das weit in die Vergangenheit zurückreicht
Das Interesse an internationaler Zusammenarbeit begleitet Franziska und Fredi schon seit ihrer Jugend. Franziska, ehemalige Lehrerin und heute noch aktiv als Vertretungslehrerin, war zwei Jahre in Haiti in der Lehrerausbildung tätig. Viele Jahre lang war sie Vorstandsmitglied von INTERTEAM, einem Verein, in dem sie immer noch aktiv ist und der sich 2020 mit Comundo zusammengeschlossen hat. Fredi ist pensionierter Sozialarbeiter und Berufsbeistand und hat dieses Interesse an sozialen Fragen und der Unterstützung benachteiligter Menschen immer geteilt.
"Schon früh hat uns die Entwicklungszusammenarbeit und damit die konkrete Hilfe für benachteiligte Menschen sowohl bei uns als auch in andern Ländern interessiert", erklären sie. "Als wir die Einladung für die Reise nach Kenia erhielten, wollten wir diese tolle Gelegenheit nutzen, um uns die aktuellen Projekte von Comundo vor Ort anzuschauen."
Begegnungen, die Spuren hinterlassen
Als einen der Höhepunkte der Reise bleibt Franziska und Fredi der Besuch eines Ausbildungszentrums für Gesundheitsberufe in Erinnerung. Bei einem Treffen mit lokalem Gesundheitspersonal und Studierenden an einem Gesundheitsposten, der an diesem Tag Mütter mit ihren Kindern und ältere Menschen empfing, erhielten sie Einblick in die tägliche Arbeit der Pflegenden.
"Die Zeit und Aufmerksamkeit, die jedem einzelnen Patienten gewidmet wird, hat uns sehr beeindruckt", berichten sie. "Überall waren Auszubildende zu sehen, die praktische Erfahrungen in ihrem zukünftigen Berufsfeld sammelten. Der respektvolle Umgang mit allen war bewundernswert."
«Die Zeit und Aufmerksamkeit, die jedem einzelnen Patienten gewidmet wird, hat uns sehr beeindruckt.» Franziska & Fredi Schefer
Eine andere Begegnung hat sie tief geprägt: der Besuch bei einer Familie, die in grosser Armut lebt und in welcher zwei Mitglieder geistig beeinträchtigt sind. Der Sohn, der sich im Lehrgang zum Metallbauer befindet, sieht dank seiner Ausbildung endlich die Möglichkeit, seine Familie finanziell zu unterstützen.
"Es war wunderbar zu sehen, wie respektvoll und voller Würde der Sozialarbeiter, der uns begleitete, mit allen Familienmitgliedern umging ", erinnern sie sich. "Der junge Mann zeigte grosse Dankbarkeit für seine Ausbildungsmöglichkeit."
Eine neue Vision der Entwicklungszusammenarbeit
Die Reise hat auch ihre Sicht auf die internationale Zusammenarbeit verändert. Vor zehn Jahren besuchten sie bereits einige INTERTEAM-Projekte in Namibia, und heute sehen sie deutlich, wie sehr sich die Arbeit vor Ort weiterentwickelt hat.
"Wir stellen fest, dass es viel mehr Vernetzung gibt, sicher auch dank der besseren digitalen Ausstattung", erklären sie. "Oft sind mehrere Organisationen an einem Projekt beteiligt und sie teilen sich die Aufgaben: Wer finanziert das Personal, wer finanziert die Werkzeuge, wer finanziert die Infrastruktur."
Sie schätzen auch die Tatsache, dass Comundo Projekte mit einem gezielten finanziellen Beitrag unterstützen kann: "Eine leere Werkstatt zu haben und nur Lehrer einzustellen, würde keinen Sinn machen." Besonders positiv sehen sie auch die zunehmende Einbindung von lokalem Personal: "In Kenia sind rund 50 Prozent der Comundo-Mitarbeitenden lokale Fachleute. Wir halten das für eine sehr gute Entwicklung."
"Eine kleine, aber sehr wirksame Form der Hilfe"
Zurück in die Schweiz nehmen Franziska und Fredi vor allem Erinnerung an die vielen Menschen mit, die sich tagtäglich dafür einsetzen, dass junge Leute neue, konkrete Chancen in ihrem Leben erhalten.
«Die Arbeit auf Augenhöhe mit der lokalen Bevölkerung ist eine nachhaltige, unspektakuläre, aber sehr effektive Form der Hilfe. Und genau das ist es, was wir für so wichtig halten.» Franziska & Fredi Schefer
Die Reise hat sie aber auch daran erinnert, dass Frieden und Stabilität unabdingbare Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung sind: "Wenn es zu Konflikten oder Kriegen kommt, wird die Bildungs- und Sozialarbeit durch den täglichen Kampf ums Überleben ersetzt."
Auch deshalb unterstützen sie Comundo weiterhin aus Überzeugung: "Wir schätzen es, dass bei Comundo, wie schon bei INTERTEAM in der Vergangenheit, der menschliche Austausch im Mittelpunkt steht. Die Arbeit auf Augenhöhe mit der lokalen Bevölkerung ist eine nachhaltige, unspektakuläre, aber sehr effektive Form der Hilfe. Und genau das ist es, was wir für so wichtig halten."