Mit Sonnenenergie zu einer strahlenden Zukunft
«Ich habe gelernt, Solaranlagen zu installieren und zu warten. Das gibt mir die Möglichkeit, meine Familie zu unterstützen und unabhängig zu sein.» Rabecca Lungus Worte zeigen, was Bildung bewirken kann: In Sambia verlassen Tausende Jugendliche die Schule ohne Perspektive – während der Solarenergie-Sektor boomt. Das Programm Energy Skills for Youth - ES4Y schliesst diese Lücke. Comundo vernetzt Berufsbildungszentren, den Staat und Unternehmen und fördert gezielt junge Frauen.
Gemeinsam Perspektiven schaffen: Wie Berufsbildung in Sambia junge Leben verändert
«Ich habe gelernt, Solaranlagen zu installieren und zu warten. Das gibt mir die Möglichkeit, meine Familie zu unterstützen und unabhängig zu sein.» Rabecca Lungu spricht ruhig, aber mit spürbarem Selbstbewusstsein. Die junge Frau absolviert ihre Ausbildung zur Solartechnikerin am Lusaka Vocational Training Center in Sambia – einem Land, in dem nur etwa 30 % der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität haben und in dem Frauen in technischen Berufen noch stark untervertreten sind. Nun sollen auch sie diesen Bereich erobern.
Rabeccas Weg zeigt exemplarisch, was möglich wird, wenn Bildung, lokale Initiativen und Partnerschaft zusammenkommen. Das ES4Y-Programm (Energy Skills for Youth) ist mehr als eine Berufsausbildung – es ist ein Modell dafür, wie eine nachhaltige Entwicklung partnerschaftlich vorangetrieben wird.
«Unsere Gesellschaft braucht starke, talentierte junge Frauen, die das Selbstvertrauen haben, sich im Elektronikbereich zu behaupten.» Rabecca Lungu
Bildung als Armutsbekämpfung: Der ES4Y-Ansatz
In Sambia verlassen jährlich Tausende Jugendliche die Schule ohne berufliche Perspektive. Gleichzeitig wächst der Solarenergie-Sektor rasant – ein Markt mit enormem Potenzial, aber akutem Fachkräftemangel. ES4Y verbindet diese beiden Realitäten: Das Programm bietet qualitativ hochwertige Berufsausbildung im Bereich Solartechnik und schafft damit konkrete Jobperspektiven in einem zukunftsträchtigen Sektor.
Besonders bedeutsam: ES4Y fördert gezielt junge Frauen und durchbricht damit traditionelle Geschlechterrollen. In einem männerdominierten Bereich entstehen Zugangsmöglichkeiten für Mädchen und junge Frauen – mit messbaren Erfolgen.
Comundos Rolle: Vernetzung als Erfolgsfaktor
Was unterscheidet ES4Y von anderen Ausbildungsprogrammen? Die Antwort liegt in der Art, wie wie zusammengearbeitet wird: Comundo tritt nicht als externe Organisation auf, die Lösungen vorgibt, sondern als Partnerin, die verschiedene Akteure zusammenbringt und untereinander vernetzt.
Comundo verbindet Berufsbildungszentren mit der sambischen Bildungsbehörde TEVETA, mit Solarunternehmen und mit lokalen Gemeinden. Diese Vernetzung stellt sicher, dass Ausbildungsinhalte den tatsächlichen Arbeitsmarktbedürfnissen entsprechen, dass Lehrpläne internationalen Standards genügen und dass Absolventinnen und Absolventen nach dem Abschluss tatsächlich Beschäftigung finden.
«Das Endprodukt unserer Arbeit ist, dass die jungen Leute zurück in ihre Heimat gehen und aus dem, was sie hier auf ihren Weg mitbekommen, eine berufliche Zukunft aufbauen können.» Brenda Siyajanika
Vorbilder schaffen Veränderung: Brenda Siyajanika
Brenda Siyajanika ist Ausbilderin am Lusaka Vocational Training Center und eine der wenigen Frauen in diesem Bereich. Für ihre Schülerinnen ist sie ein lebender Beweis dafür, dass Solartechnik keine Männerdomäne sein muss. «Die Partnerschaft mit Comundo ist sehr wichtig für mich und für unsere Schule. Das Endergebnis unserer Arbeit ist, dass junge Menschen nach Hause zurückkehren und sich dank dem, was sie hier gelernt haben, eine berufliche Zukunft aufbauen können», erklärt sie.
Ihre Identifikation mit dem Programm ist bemerkenswert: «Als Frau und Vorbild für die Mädchen halte ich die Fahne von Comundo hoch. Diese Partnerschaft bedeutet mir sehr viel». Und genau diese Art von Ownership – das Gefühl, gemeinsam etwas Bedeutsames zu schaffen – ist dabei zentral.
Von individueller Transformation zu systemischer Wirkung
Rabecca Lungu plant, nach ihrem Abschluss in ihrer Heimatregion Solaranlagen zu installieren und so zur Elektrifizierung ländlicher Gebiete beizutragen. «Ich möchte anderen jungen Frauen zeigen, dass auch wir diese Arbeit machen können», sagt sie. Ihre Geschichte illustriert das Wirkungsprinzip von ES4Y: Individuelle Bildung schafft wirtschaftliche Unabhängigkeit, diese wiederum ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, und Vorbilder wie Rabecca inspirieren die nächste Generation.
So entsteht nachhaltige Entwicklung; nicht durch externe Intervention, sondern durch Befähigung lokaler Akteur:innen, durch Vernetzung bestehender Strukturen und durch konsequente Ausrichtung an lokalen Bedürfnissen.
🧡Gemeinsam für eine gerechtere Welt 🧡
ES4Y zeigt: Bildung ist der wirksamste Hebel gegen Perspektivlosigkeit. Wenn junge Menschen Zugang zu qualitativ hochwertiger Berufsausbildung erhalten, verändern sich nicht nur individuelle Lebensverläufe, sondern ganze Gemeinschaften entwickeln sich weiter.
Unterstützen Sie einen Ansatz, der nachhaltig wirkt, weil er auf Partnerschaft, lokaler Verankerung und systemischer Vernetzung basiert. Gemeinsam schaffen wir Perspektiven und fördern eine gerechtere Welt, in der Bildung der Schlüssel zu Selbstbestimmung ist.
Von Andrea Wynistorf | 9. März 2026 | Sambia
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