Stärkung der Rechte der indigenen Amazonasvölker

David Fuchs, Projektmanager

David Fuchs Peru Ausreise 09 2019
Das Centro Amazónico de Antropología y Aplicación Práctica (CAAAP) bildet Führungskräfte indigener Organisationen aus, damit sie politische Lobbyarbeit wahrnehmen und sozio-ökologische Konflikte bewältigen können. David Fuchs unterstützt CAAAP im Bereich Projektmanagement.

Ausgangslage
Indigene Völker in Peru befinden sich im Spannungsfeld zwischen Bewahrer der Biodiversität und «Störfaktor» für das Wirtschaftsmodell. Peru beherbergt das zweitgrösste Amazonasgebiet, einen Lebensraum, in dem 51 indigene Völker mit rund 3.5 Millionen Menschen leben. Der Amazonas, von strategischer Bedeutung für das Klima und Megareservat der biologischen Vielfalt des Planeten, wird durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Darüber hinaus wird er durch das extraktive Wachstumsmodell bedroht, das der peruanische Staat seit 1993 anwendet. Dieses würde in letzter Konsequenz dazu führen, der indigenen Bevölkerung ihre Daseinsberechtigung abzusprechen und bringt verheerende Folgen für ihre Lebensräume mit sich. Fortschritte bei der Anerkennung von Rechten dank des Kampfes der indigenen Völker, wie z.B. das Recht auf vorherige Konsultation, werden durch Versäumnisse und Hemmnisse in ihrer Umsetzung beeinträchtigt. Dazu gehören etwa die mangelnde Bereitschaft des Staates zum politischen Dialog, aber auch Schwächen in den Fähigkeiten der indigenen Organisationen.
 
Partnerorganisation: Centro Amazónico de Antropología y Aplicación Prática (CAAAP)
Das Centro Amazónico de Antropología y Aplicación Prática / deutsch: Amazonisches Zentrum für Anthropologie und praktische Anwendung (CAAAP) engagiert sich für die Anerkennung der indigenen Völker und einer nationalen kulturellen Vielfalt. Seit 1976 gründet das CAAAP seine Arbeit auf die Stärkung der Rolle der indigenen Völker aus interkultureller und menschenrechtlicher Sicht unter Berücksichtigung der jeweiligen historischen Gegebenheiten des Landes. Es berät und begleitet indigene Organisationen in Verhandlungsprozessen mit dem Staat und in der Wahrung ihrer Rechte angesichts der Auswirkungen von Rohstoffgewinnung und Megaprojekten. CAAAP bildet Führungskräfte indigener Organisationen in politischer Lobbyarbeit aus. Dadurch bestimmen sie die Umweltpolitik mit und begünstigen die indigene staatliche Regierungsfähigkeit, auch eingebunden in die Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen Akteuren.
 
Projektziele
Führungskräfte indigener Organisationen sind in der Lage, Vorschläge für die Anerkennung und Verteidigung ihres Territoriums und ihrer eigenen Institutionen auf regionale und nationale öffentliche Agenden zu setzen. Indigene Organisationen erreichen die Anerkennung ihrer kollektiven Rechte, in Abgrenzung zu den sozialen und ökologischen Auswirkungen von Rohstoffförderung und staatlichen Mega-Projekten. Indigene Organisationen wenden – basierend auf dem eigenen Wissen und der eigenen Weltanschauung – Strategien zur Minderung des Klimawandels bzw. der Anpassung an diesen sowie die Kontrolle ihrer Lebensräume an. Die von CAAAP durchgeführten Programme zur Förderung der Rechte der indigenen Völker des Amazonas werden wirkungsvoll umgesetzt und weitergeführt.

Eckdaten des Einsatzes

Dauer: 1.9.2019 - 31.8.2022
Partnerorganisation: Centro Amazónico de Antropología y Aplicación Prática (CAAAP)
Website
Bereich: Demokratie und Frieden

 

Ausreisevideo Juni 2019

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