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Junge Leute im Einsatz für nachhaltigen Bergbau

Der Rohstoffabbau in Peru hat verheerende Folgen für die Gesundheit der Menschen. Trotzdem werden die Aktivitäten von Bergbau-Konzernen vom Staat kaum kontrolliert. Comundo befähigt junge Menschen in der Bergbaustadt Cerro de Pasco, für ihre Rechte und den Schutz der Lebensgrundlagen einzustehen.

Der Bergbau in Peru wächst ungebremst. Nationale und regionale Behörden regulieren die Aktivitäten multinationaler Unternehmen kaum. Einerseits weil ihnen die Ressourcen fehlen, andererseits weil die Rohstoffförderung als wichtiger Antrieb für das Wirtschaftswachstum angesehen wird – trotz ihrer teils verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit der Menschen. Cerro de Pasco auf einer Höhe von 4338 Metern über Meer ist eine der wichtigsten Bergbaustädte, aber gleichzeitig auch einer der ärmsten und am stärksten verschmutzten Orte Perus. Seit mehr als hundert Jahren bauen hier Bergbaukonzerne Mineralien wie Zink, Silber, Blei und Kupfer ab. Sie übernehmen kaum Verantwortung für die Folgen ihrer Tätigkeiten. Als Folge davon überschreitet der Schadstoffausstoss die zulässigen Grenzwerte ständig und Umweltschäden werden kaum jemals saniert. Studien des Zentrums für Arbeits- und Umweltgesundheit zeigen, dass die untersuchte Bevölkerung Blei, Kadmium, Arsen und Quecksilber im Blut hat. Viele Kinder weisen chronische Schwermetallvergiftungen auf und benötigen spezialisierte medizinische Behandlungen. Da viele Bewohner/-innen von Cerro de Pasco direkt oder indirekt von der Mine abhängig sind, ist es für sie aus Angst vor Schikanen und Kriminalisierung des Protests schwierig, die Umweltauswirkungen des Bergbaus anzuprangern.

Mit diesem Projekt will Comundo junge Menschen dazu befähigen, für ihre Rechte und den Schutz der Lebensgrundlagen einzustehen. Hauptakteure und -akteurinnen sind rund vierzig 15-25-jährige Jugendliche und junge Erwachsene aus Familien, die direkt von den verheerenden Folgen des Bergbaus betroffen sind. In einem Ausbildungsprogramm werden ihnen die Kompetenzen und das technische Wissen vermittelt, um Bergbauprobleme und ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit identifizieren zu können; sie erarbeiten Lösungsvorschläge und engagieren sich beim Gesundheitsministerium (MINSA) und der regionalen Gesundheitsdirektion Pasco (DIRESA Pasco) im Bereich der Umwelt- und Gesundheitsfürsorge. In Koordination mit lokalen Partnern überwachen sie zudem die Qualität des Trinkwassers und verbessern die Wasserqualität mit Hilfe von Wasserfiltern, die Verunreinigungen und Mikroorganismen beseitigen. Die Zusammenarbeit mit Medien, insb. die Mitgestaltung einer Radiosendung, sowie kulturelle Aktivitäten und öffentliche Aktionen helfen dabei, Bewusstsein für die Probleme zu schaffen und Forderungen öffentlich zu platzieren. 

Unsere Partnerorganisationen vor Ort

Red Muqui ist ein Zusammenschluss aus 29 peruanischen Organisationen, die sich gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung, Umweltschutz und die Rechte der vom Bergbau betroffenen Bevölkerung einsetzen. Das Netzwerk wurde im Oktober 2003 auf Initiative der Bischöflichen Kommission für soziale Aktion (Comisión Episcopal de Acción Social, CEAS) gegründet. Es unterstützt die Mitgliedsorganisationen und die betroffene Bevölkerung bei der Bewältigung von Umweltkonflikten und der politischen Einflussnahme, um den Schutz der Umwelt und die Einhaltung der Menschenrechte einzufordern. Das übergeordnete Ziel ist eine neue, sozial und ökologisch anerkannte Form des Bergbaus.

Die «Asociación Civil Centro de Cultura Popular Labor» wurde im Jahr 1981 als gemeinnützige Organisation gegründet, um Bergbauarbeiter im Departement Pasco und in der Zentralregion Perus zu ihren Arbeitsrechten zu beraten. Ab 1994 verlagerte sich der Schwerpunkt ihres Engagements auf Problematiken im Zusammenhang mit unfreiwilligen Umsiedlungen und Gesundheitsschädigungen durch Bergbauaktivitäten sowie mit der Bedrohung der Lebensgrundlagen und Ernährungssicherheit durch den Klimawandel. Dazu unterstützt die Vereinigung die Durchführung wissenschaftlicher Studien zur Situation der Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung. Zudem arbeitet sie eng mit öffentlichen und privaten Stellen sowie internationalen Organisationen zusammen, um zuhanden der Behörden Lösungsvorschläge zum Schutz der Menschenrechte und der nachhaltigen Nutzung der Lebensgrundlagen zu formulieren.  

Ziele des Projekts

Jugendliche und junge Erwachsene in Cerro de Pasco setzen sich aktiv für ihr Recht auf eine intakte Umwelt und ein gesundes Aufwachsen ein. Dank des erworbenen Rüstzeugs können sie die Probleme des Bergbaus identifizieren und bei den Behörden konkrete Massnahmen zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit ihrer Familien einfordern. Mit Hilfe von Medienarbeit und öffentlichen Aktionen schaffen sie öffentliches Bewusstsein für Schwermetallvergiftungen bei Kindern und andere schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen. 

Beteiligte Comundo-Fachleute

Der Geograf Mattes Tempelmann ist noch für kurze Zeit bei Red Muqui im Einsatz und begleitet das Projekt mit seinem Fachwissen im Bereich der Kartierung sozioökologischer Konflikte und des partizipativen Umweltmonitorings. Ab August tritt die Umweltwissenschaftlerin Sarah Günther seine Nachfolge an. 

 

Finanzierungsprojekt


Eckdaten

01.01.2021 - 31.12.2021
Cerro de Pasco / Peru
Menschenrechte und Demokratie

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