Wahlkrise in Bolivien – Fachpersonen mittendrin

Seit den Präsidentschaftswahlen vom 20. Oktober ist der Alltag in weiten Teilen von Bolivien geprägt von Unruhen, Spannungen und Blockaden. Mitbetroffen vom Ausnahmezustand sind unsere Fachpersonen, die vor Ort im Einsatz sind. Auch nach dem Rücktritt von Präsident Evo Morales und der Ankündigung von Neuwahlen bleibt die Lage angespannt.


Die Ereignisse in Bolivien überschlagen sich täglich, wenn nicht stündlich. COMUNDO-Landeskoordinatorin Marta Pello berichtet: «Am Sonntag (10.11.2019) kündete Präsident Evo Morales Neuwahlen und ein neues oberstes Wahlgericht an, nachdem ein Vorabbericht der Organisation Amerikanischer Staaten OAS gravierende Mängel am Wahlprozess bekannt gegeben hatte. Im Laufe des Tages haben dann hohe Funktionäre ihre Ämter niedergelegt, aus Angst um ihr Leben und die Sicherheit ihrer Familien. Die Armeespitze legte ihm den Rücktritt nahe, um so zu einer Befriedung des Landes zu gelangen. So trat er dann schliesslich noch am Abend zurück. Nach Morales’ Rücktrittsankündigung feierten die Menschen auf den Strassen und schwangen die bolivianischen Fahnen.»

Doch eine Beruhigung der Situation auf den Strassen ist noch nicht in Sicht, wie Fachperson Nicole Maron am Montag schilderte: «Die Lage ist auch nach dem Rücktritt des Präsidenten chaotisch. Dynamitpatronen explodieren, Häuser werden angezündet und Menschen auf der Strasse mit Schlagstöcken und sogar Schusswaffen angegriffen und Märkte geplündert. Dabei schieben sich die verschiedenen Konfliktparteien gegenseitig die Schuld zu und behaupten, die andere Seite rufe zu Gewalt auf. Dies vor allem in El Alto und La Paz. In Santa Cruz ist es relativ ruhig. Wir alle verfolgen rund um die Uhr die Nachrichten, um uns ein Bild über die Situation zu machen.»
 
Eine Chronik der dramatischen Ereignisse ist nachzulesen auf dem Blog unserer Fachperson Nicole Maron: maron.ch. In obigem Video hat sie den Hintergrund der aktuellen Ereignisse zudem zusammenfassend und aufschlussreich dokumentiert.
 

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