Land der Inkas Vivientes von Bergbau bedroht

Über 4000 Menschen aus indigenen Gemeinschaften protestierten friedlich gegen zukünftige Minen-Aktivitäten in der Region, wo unter anderen die ‘Inkas Vivientes’ leben, die von der COMUNDO-Fachperson Marc Fessler unterstützt werden. Er erzählt.

Inkas Vivientes Peru Protest Minen-Konzessionen

Marc, was genau ist vorgefallen?
Am 26. August 2019 protestierten mehr als 4000 Menschen aus 15 indigenen Comunidades (Gemeinschaften) gegen zukünftige Minen-Aktivitäten in der Region Ollantaytambo. Die Protestaktion verlief friedlich. Die Minen-Konzessionen wurden durch die nationale Behörde ‘Ingemmet' in Lima an verschiedene Firmen verkauft, obwohl das nationale Recht vorsieht, dass die indigenen Comunidades konsultiert werden müssten.

Das gemeinschaftlich bewirtschaftete Land ist von Minen-Konzessionen bedroht.

Worum geht es den Protestierenden?
Die Gemeinschaften, die hier leben, wehren sich gegen das Vorgehen der Behörden, gegen die unrechtmässige Aneignung von Land, gegen die Profitgier der Firmen und die Verschmutzung ihres Landes! Insbesondere die geplante Goldmine ist stark umstritten, da über den Prozess Quecksilber in das Wasser gelangen kann, wie es in verschiedenen anderen Projekten in Peru bereits geschehen ist.

Kinder der Inkas Vivientes.

Was bedeuten die Minen-Konzessionen wirtschaftlich für die Menschen?
Die Minen-Konzessionen bedrohen nicht nur die vorherrschende Landwirtschaft, sondern auch den Tourismus in der Region. So auch das Projekt „Inkas Vivientes“ welches von COMUNDO unterstützt wird. 

Was werden die betroffenen Menschen nun unternehmen?
Am 22. August fand die Pressekonferenz der indigenen Comunidades statt. Der Präsident der Ronda Campesina der Cuenca Patacancha, Feliciano Quispe Futuri, fand klare Worte: «Wir werden eher sterben, statt zuzusehen, dass die Minen unser Land verschmutzen». Aufgrund der Nähe zu verschiedenen Kulturgütern und dem Tourismus, versuchen die Comunidades das Gebiet als ‘Unantastbar’ zu deklarieren. Der juristische Weg kostet gemäss der Ronda Campesina über 10'000 Dollar und wird einige Jahre dauern.

Gibt es Hoffnung?
Wir haben das Glück, dass der Bürgermeister von Ollantaytambo sich für unser Anliegen einsetzt, um gemeinsam gegen die Entscheidung der nationalen Behörde vorzugehen. Auch wurde unser Video zur Bekanntmachung bereits 1500 mal geteilt und von über 100'000 Leuten gesehen. Wir hoffen das Beste.