ALLES, WAS RECHT IST

Dezember 2017


«Sie erwarten etwas, was die Natur nie vorgesehen hat.» Diese Worte stammen von der 2011 verstorbenen deutschen Managementtrainerin Vera F. Birkenbihl und beziehen sich auf das menschliche Bedürfnis, vom Leben «gerecht» behandelt zu werden: zu bekommen, was wir durch Fleiss und Charakter, durch unser Tun und Lassen verdient haben, und verschont zu bleiben von dem, was wir durch keinen offensichtlichen Fauxpas verschuldet hätten. Wir wollen, dass es gerecht zu und her geht, im Guten wie im Verfehlten. Dann wünschen wir uns oft, dass jemand seine «gerechte Strafe» erhält. Auch die Religionen haben je einen Topos für Gerechtigkeit und erzählen davon, etwa im Bild vom Jüngsten Gericht oder vom Karma. Recht und Justiz sind Versuche, diesem menschlichen Bedürfnis nachzukommen und Form zu verleihen.

Dieser WENDEKREIS fragt darum nach «allem, was Recht ist». Er erzählt Geschichten von der ersten Bundesrichterin der Schweiz, von iranischen DJs, von COMUNDO-Fachpersonen und einer ehemaligen Strafverteidigerin.

Redaktion: Sylvie Eigenmann


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Wussten Sie, dass es in Kanada verboten ist, ein Flugzeug während des Fluges zu verlassen? Dass in Frankreich kein Schwein von seinem Besitzer den Namen «Napoleon» erhalten darf? Dass es in London illegal ist, Ehefrauen nach 21 Uhr zu schlagen? Dass in Atlanta, Georgia, niemand eine Giraffe an einer Telefon-zelle festbinden darf und dass in Alabama Flüstern unter Wasser verboten ist? Was absurd klingt, sind real existierende Gesetze und Vorschriften. Der WENDEKREIS hat einige davon aufgestöbert und fotografisch umgesetzt. Neben europäischen Gesetzen finden sich viele amerikanische: Dort herrscht nicht nur in den einzelnen Bundesstaaten, sondern auch in den Bezirken und Kommunen eine relativ grosse gesetzgeberische Freiheit, was zu einer enormen Vielfalt von Gesetzen und Verordnungen führt. Manche davon stammen aus vergangenen Jahrhunderten und wurden schlicht nie revidiert, andere wurden aufgestellt, um Fälle absurder Schadenersatzklagen zu verhindern.

Auf dem Titelbild: Der Verzehr von Katzen und Hunden ist in der Schweiz für den Eigengebrauch erlaubt. Lädt man aber eine ausserhalb des eigenen Haushalts lebende Person zum Essen ein, verstösst man damit gegen das Gesetz.  – Die Gesetze zu allen weiteren Bildern im Dossier wurden dem Buch «Die blödesten Gesetze der Welt. Kuriose Vorschriften, absurde Klagen und skurrile Urteile» von Roman und Alexandra Leuthner (Bassermann, 1. Auflage 2017) entnommen. Fotografische Umsetzung: Marcel Kaufmann/COMUNDO.

Cover Wendekreis Dez. 2017


 

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