Glencore nimmt Stellung zu Vorfall in Peru

COMUNDO machte auf eine Menschenrechtsverletzung des Bergbau-Konzerns Glencore in Peru aufmerksam. Glencore erklärt sich in einer Stellungnahme. COMUNDO hält an seiner Darstellung fest.

 

Alto Huerca

Keine Gewalt? Glencore vertreibt indigene Landarbeiterinnen von ihrem Land © Vidal Merma

COMUNDO-Landeskoordinator und Menschenrechtsanwalt José Ramiro Llatas Pérez und  der unabhängige peruanische Journalist Vidal Merna machte COMUNDO und weitere Menschenrechtsorganisationen auf die gewaltsamen Übergriffe von Glencore-Angestellten und Polizisten auf indigene Landarbeiterinnen in der peruanischen Gemeinde Alto Huarca (Provinz Espinar) vom 3. April aufmerksam. Die Frauen wehrten sich gegen Bauarbeiten, welche Arbeiter der Glencore-Kupfermine Antapaccay auf dem Bergbaugelände ausführten. Dabei wurden sie von Arbeitern und Polizisten brutal angegriffen.  

COMUNDO reagierte mit einer Medienmitteilung und auf den eigenen Kanälen auf die unhaltbaren Menschenrechtsverletzungen. Der Bergbau-Multi Glencore mit Sitz in der Schweiz nimmt nun zu den Vorwürfen Stellung: Die Frauen hätten die Arbeiter mit Steinen beworfen, woraufhin Antapaccay die Staatsanwaltschaft kontaktiert habe. Diese habe angeordnet, dass die örtliche Polizei «die Ordnung wiederherstellt und die Frauen vom Grundstück weg begleitet», heisst es in der Mitteilung. Für Antapaccay habe die Wahrung der Menschenrechte «oberste Priorität». Der Bergbau-Konzern schreibt weiter: «Den Vorwurf, dass Glencore die Frauen bedroht und verletzt haben soll, weisen wir entschieden zurück».

Bilder dokumentieren Gewaltanwendung
Die Quellen von COMUNDO vor Ort bestätigen jedoch, dass die Intervention seitens Antapaccay und der Polizei gewalttätig war. Als Vidal Merma beim Schauplatz ankam, war der Kampf bereits im Gange und er wurde Zeuge von Gewalt gegenüber den indigenen Frauen. «Die Sicherheitsleute und Beamten begannen sich zu beruhigen, als sie bemerkten, dass ich fotografiere und filme», erzählt er und schildert: «Sie zwangen mich zu gehen. Die Reifen meines Motorrads waren entlüftet.» Auch in den folgenden Tagen sei er von ihnen angeschrien worden, als er in Espinar mit dem Polizeikommandanten habe sprechen wollen.
 
José Ramiro Llatas Pérez befasst sich persönlich mit dem Fall und bekräftigt gegenüber COMUNDO: «Dieses Land wurde von Glencore illegal gekauft: Es wurde keine Konsultation der indigenen Bevölkerung durchgeführt, wie es nach der geltenden Gesetzgebung der Fall sein müsste.»  «Es lebt immer noch eine Familie dort, die rechtmässigen Eigentümer des Landes.» Die Quechua-Gemeinde sei besonders besorgt über das Wasser. Glencore habe das ausschliessliche Verwendungsrecht erhalten, sagt er, «einmal mehr unter Missachtung der Gesetze zum Schutz indigener Völker.»
 
COMUNDO hält an seiner Darstellung der Ereignisse fest.

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