Bolivien: Chancen schaffen, wo sie fehlen

Jugendliche mit Behinderung haben es in Bolivien schwer. Geschützte Arbeitsstätten gibt es noch keine. COMUNDO-Fachperson Giorgio Caldelari kümmert sich trotzdem um ihre Ausbildung. Ein Besuch vor Ort.

Der Regen prasselt wie wild auf das durchsichtige Kunststoffdach des Schulgebäudes von CEEMAN (Centro de Educación Especial Madre Ascensión Nicol). Der Himmel ist grau und bedeckt. Die vielen Grünpflanzen, die kreativ in aufgeschnittenen PET-Flaschen als Blumenampeln und Wanddekoration im Innenhof angebracht sind, scheint das nicht in ihrem Wachstum zu behindern. Wie oftmals ist es kalt in El Alto auf 4000 m ü.M., Heizungen gibt es keine, auch wenn die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt fallen.

Die zweijährige Carolina versucht liebevoll Angel, der drei ist, seine Schuhe anzuziehen. Sie gibt bei dieser schwierigen Aufgabe nicht auf. Es gelingt ihr mit ein wenig Unterstützung ihrer Lehrerin. Der Junge ist an der Rückenlehne eines kleinen gelben Plastikstuhls angebunden, um ihm Halt auf dem Stuhl zu bieten. Während der kleinen Bolivianerin nichts anzusehen ist, so ist seine Behinderung offensichtlich. Angel ist verärgert. Gerne hätte er weiter an seinen Händen gelutscht, aber seine Lehrerin hat ihm die Ärmel seiner Jacke zugebunden, damit er dies nicht mehr tun und sich dabei
beissen kann. Carolina versucht ihn zu trösten, streichelt ihm liebevoll und etwas tollpatschig über den Kopf, küsst ihn auf die Wange.

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