Wasserversorgung gesichert – Gesundheit verbessert

Willemijn Simons Rüttimann und David Rüttimann engagierten sich für drei Jahre im Musiso Hospital im Süden Simbabwes. Seit kurzem sind die COMUNDO-Fachpersonen wieder zurück in der Schweiz und blicken auf eine bereichernde Zeit zurück, die ihre Einstellung zum Leben prägte und in der sie viel bewirken konnten.

Schon vor Beginn ihres Einsatzes musste die vierköpfige Familie aus St. Gallen ihre Flexibilität unter Beweis stellen. Die Ausreise verzögerte sich um Wochen, da Davids Arbeitsbewilligung auf sich warten liess. «In dieser Zeit kamen Zweifel auf, ob der Entscheid, in Simbabwe zu leben und zu arbeiten, richtig war», berichtet David. Doch nach der Ankunft verflogen die anfänglichen Bedenken schnell. «Wir wurden wohl noch nie an einer neuen Arbeitsstelle so herzlich empfangen», so Willemijn, die ihre Wurzeln in den Niederlanden hat. Die Mitarbeitenden des Musiso Hospitals sangen und tanzten voller Freude. So fühlte sich die Familie in Musiso in einer ländlichen Gegend im Süden Simbabwes schnell zuhause.

David Rüttimann konnte seine Arbeit im Musiso Hospital sofort aufnehmen. Der Elektrotechniker war für eine sparsame und verlässliche Energie- und Wasserversorgung zuständig und sorgte dafür, dass alle Geräte im Spital einsatzfähig waren – sei es im Operationssaal oder in der Wäscherei. Ziel war insbesondere, die Bohrlöcher und die Infrastruktur zu optimieren, damit die Wasserversorgung zukünftig auch in Trockenperioden gesichert ist. David bildete während seines Einsatzes einen einheimischen Mitarbeiter aus, der ihn bei allen Unterhaltsarbeiten unterstützte und diese heute selbständig ausführt.

Noch mehr Geduld gefragt
Willemijn Simons Rüttimann brauchte nochmals viel Geduld, bis auch sie ihre Arbeitsbewilligung erhielt. Dies war auch der Grund, wieso die Physiotherapie-Abteilung nach der Rückkehr von COMUNDO-Fachfrau Beatrice Ammann, deren Projektarbeit Willemijn weiterführte, vorübergehend geschlossen werden musste. «Das Gute daran war, dass ich mir viel Zeit nehmen konnte, um für die Familie ein Zuhause einzurichten und die Kinder Anna und Bram an die Schule anzunähern», betont Willemijn. Doch schliesslich konnte auch die Physiotherapeutin ihre Arbeit im Spital aufnehmen: Sie behandelte Patienten/-innen – insbesondere Kinder mit verzögerter Entwicklung oder einem Klumpfuss – und bildete Fachkräfte weiter. Wichtig sei auch die Sensibilisierungsarbeit in den Dörfern gewesen. Menschen mit Behinderungen werden in Simbabwe immer noch diskriminiert und Frauen mit betroffenen Kindern seien oft auf sich alleine gestellt, da sie von ihren Männern verlassen werden. «Die Menschen waren sehr dankbar für unsere Unterstützung und es war schön zu erleben, wie sich die Mutter-Kind-Beziehungen verbesserten», erzählt Willemijn.

Situation spitzte sich zu
David und Willemjin Rüttimann waren die letzten Fachpersonen in Simbabwe. COMUNDO beendete das Engagement per Ende 2016 und konzentriert sich seither auf die bestehenden sieben Einsatzländer. «Die Situation in Simbabwe war bereits bei unserer Ankunft angespannt und spitzte sich dann weiter zu», berichten die beiden Fachpersonen, «die Einführung der Bond-Münzen löste Angst vor Inflation aus, die politische Lage wurde zunehmend instabiler und auch wirtschaftlich ging es bergab. 2016 folgte ein teilweiser Importstopp für Güter aus Südafrika. Wir Ausländer konnten kein Geld mehr beziehen und die Einheimischen mussten für Bezüge an Geldautomaten lange anstehen. Trotz dieser schwierigen Situation fühlte wir uns jederzeit sicher.» Es sei jedoch manchmal schwierig gewesen, mit der allgegenwärtigen Resignation umzugehen. «Anfangs fragten wir uns, wieso die Menschen so wenig Eigeninitiative und Arbeitsmotivation zeigen, doch mit der Zeit begannen wir sie zu verstehen. Sie haben kaum Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und in einem Beruf zu verwirklichen», gibt Willemijn zu Bedenken. Auch könnten sich die Menschen gegenseitig nicht vertrauen und fühlten sich schnell bedroht, z.B. wenn sie nicht einer Meinung sind mit ihrem Vorgesetzten. Trotz allem würden die Leute sehr viel lachen, hätten eine bemerkenswerte Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu leben und sich keine unnötigen Sorgen zu machen, und verfügten über ein grosses Improvisationstalent. «Wir haben viel gelernt und werden noch lange von diesem unvergesslichen Erlebnis zehren», betonen David und Willemjin, denen der Abschied von Simbabwe schwer gefallen war.


Weitere Infos zum Einsatz von Willemijn Simons Rüttimann und David Rüttimann.
 

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