El Salvador – 25 Jahre nach dem Bürgerkrieg

25 Jahre ist es her, seit der blutige Bürgerkrieg in El Salvador zu Ende gegangen ist. Der RomeroTag vom 24. März 2017 im Bildungszentrum RomeroHaus blickt auf das kleine zentralamerikanische Land, wo auch heute noch vieles im Argen liegt. Menschenrechtsanwalt David Morales und weitere El Salvador-Kenner/innen sprechen über die aktuelle Situation und zeigen Wege aus der Unsicherheit in eine friedlichere Zukunft auf.

«In El Salvador findet ein stetiger Kampf um Demokratisierung, Gerechtigkeit und Frieden statt», sagt David Morales, der derzeit eine Reise durch die Schweiz und Deutschland unternimmt und an verschiedenen Veranstaltungen mitwirkt. Mitverantwortlich für die anhaltende Gewalt ist das 1993 verabschiedete Amnestiegesetz, das die Täter von Kriegsverbrechen vor Strafverfolgung schützt. Die Überlebenden und Angehörigen der Opfer warten noch heute auf Aufklärung und Gerechtigkeit.

Erzbischof Romero als Hoffnungsträger
Der Bürgerkrieg in El Salvador begann 1980 nach der Ermordung von Bischof Oscar A. Romero, der es als höchster Vertreter der katholischen Kirche gewagt hatte, öffentlich die Rechte der Bevölkerung und konkrete Friedensmassnahmen einzufordern. Dieser gezielte Mord zeigt sehr deutlich das damalige Ausmass der Unterdrückung und der staatlichen Gewalt gegenüber allen, die die Regierung kritisierten. Doch Romeros Stimme konnte nicht zum Schweigen gebracht werden: Er gilt auch heute noch als Hoffnungsträger für Millionen von Salvadorianer/innen, die seinem Beispiel folgen und für soziale Veränderungsprozesse einstehen. Dieses Jahr wäre Oscar Romero 100 Jahre alt geworden. COMUNDO führt die RomeroTage alljährlich im Gedenken an seinen Todestag, dem 24. März 1980, durch.

Am diesjährigen RomeroTag beleuchtet David Morales die aktuelle Menschenrechtslage und den laufenden Demokratisierungsprozess in El Salvador. Im Anschluss an sein Impulsreferat finden parallele Foren mit ihm und weiteren El Salvador-Kenner/innen statt, in denen Missstände und Ursachen für die anhaltende Gewalt thematisiert werden, so z.B. die rückständige und restriktive salvadorianische Gesetzgebung zu Abtreibung und Homosexualität, die prekären Arbeitsbedingungen von Frauen in der Textilindustrie aufgrund von Freihandelsverträgen sowie der Flüchtlingsstrom ungekannten Ausmasses aus El Salvador nach Mexiko und in die USA.

Am 24. und 29. März 2017 geht das Programm mit Politischen Nachtgebeten in Sursee und Luzern weiter. Diese werden von der Arbeitsgruppe Solidar und der «Theologischen Bewegung für Solidarität und Befreiung» (TheBe) organisiert und durchgeführt.


Flyer «Zentralschweizer RomeroTage» 2017

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